Prävention zum Anfassen bei der FW Augsburg
Diese Erlebnisse hatten ihre Nachwirkungen, wie er erläutert: „Wenn man immer wieder diese Verletzten oder Toten sieht und dann erkennt, dass in vielen Fällen die Brandverläufe glimpflich hätten ausgehen können, wenn nur einige einfache Regeln beachtet oder Maßnahmen ergriffen worden wären, dann lässt einen das nicht in Ruhe. Mir ist daher seit langem die Prävention, insbesondere die Vorbeugung von Rauchschäden, besonders dringlich.“
In der Tat sind sich die Feuerwehren einig, dass in Sachen Aufklärung über Brandgefahren immer noch nicht genügend unternommen wird. Zwar ist der bauliche Brandschutz in Deutschland auf hohem Niveau. Doch Maßnahmen wie Brandwände etc. verhindern nur die Brandausbreitung auf Nachbargebäude, Personen im Gebäude sind dadurch nicht geschützt. In Wohnungen und nachts ereignen sich die schlimmsten Brandkatastrophen. Oft könnten sie vermieden werden, wenn Rauchwarnmelder rechtzeitig Alarm geben würden. Der schlafende Mensch ist dem giftigen Rauch schutzlos ausgeliefert, weil sein Geruchssinn im Schlaf abgeschaltet ist. „Selbst ein kleiner Brand, der eben erst ausgebrochen ist oder noch schwelt, entwickelt enorme Mengen giftigen Rauches.“, bestätigt Frank Habermaier. „Und in diesem Stadium lässt sich noch das Schlimmste verhindern, wenn Rauchwarnmelder entsprechend platziert werden.“
Habermaier ist daher mit seinem Verband sehr aktiv, was das Thema Schulung in Sachen Rauch- und Brandschutz angeht. So werden in Schulen und Kindergärten, aber auch auf Veranstaltungen und Messen die Gefahren von Feuer und Rauch dem Publikum eindrücklich verdeutlicht.
Hereinspaziert: Das Innenleben des Rauchwarnmelders
Daher verwundert es nicht, dass der Auftritt des Stadtfeuerwehrvereins Augsburg e.V. auf der INTERSHUTZ 2010 ganz im Zeichen der Brandschutzaufklärung steht. Zentrales und spektakulärstes Element am Stand (Halle 1, Stand A76) ist der begehbare Rauchwarnmelder. Ja, Sie haben richtig gelesen: Die Augsburger haben auf ihrem Stand einen überdimensionalen Rauchwarnmelder aufgebaut, sechs Meter im Durchmesser und durchschnittlich 2,5 Meter hoch. Jeder Besucher kann hier einen Gang durch das technologische Innere des so kleinen, aber enorm wichtigen und Leben rettenden Geräts machen.
Auf dem Weg durch den Riesenmelder werden die Funktionsweise und die Umgebungsverhältnisse (sprich: Verrauchung) erklärt. „Der Besucher betritt den Rauchmelder und wird an allen wichtigen Elementen des Geräts vorbei geführt.“, erläutert Frank Habermaier. „Er kann den Weg des Rauchs nachvollziehen, passiert die Batterien und weitere technische Vorrichtungen, erreicht das Alarmsignal und verlässt den Melder wieder. Wer möchte, kann dabei realitätsnah ein Rußteilchen spielen. Am Ausgang gibt es dann verschiedene Aufklärungs- und Beratungsaktionen.“
Wer damit noch nicht zufrieden ist und sich im Rauch gruseln möchte, für den haben die Augsburger noch ein zweites Highlight bereit: einen Container, der mit Rauch (wie er auch für Atemschutzübungen verwendet wird), gefüllt werden kann. „Ein Gang durch diesen Rauchcontainer gibt eine Vorstellung davon, was es heißt, sich durch einen verqualmten Flur zu bewegen.“, so Frank Habermaier. Interessant ist dieses Experiment auch für die Außenstehenden: Eine Wärmebildkamera überträgt das Verhalten der durch den Container Irrenden nach draußen.
Um zu demonstrieren, wie Wasserrettungen und andere Unterwasseraktivitäten der Feuerwehren ablaufen, gibt es am Stand der Augsburger Feuerwehr einen Tauchcontainer, der mit Wasser gefüllt ist und zeigt, wie sich die Feuerwehrmänner und -frauen im nassen Element bewegen. All dies und mehr in Halle 1, Stand A76.
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